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Testament


Was ist ein Testament?

Ein Testament oder auch „Verfügung von Todes wegen“ genannt ist grundsätzlich jedes Schriftstück, das Regelungen für den Todesfall enthält. Es muss nicht mit „Testament“, „Mein letzter Wille“ o.ä. überschrieben sein. Ein Testament ist ein von der/dem Verstorbenen einzeln oder von Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartnerinnen/Lebenspartnern gemeinschaftlich errichtetes Schriftstück, das grundsätzlich

eigenhändig geschrieben und unterschrieben oder

bei einer Notarin/einem Notar beurkundet worden ist.

Ein notarielles Testament wird zwingend beim Nachlassgericht verwahrt.

Ein handschriftliches Testament kann bei dem Nachlassgericht hinterlegt, aber auch privat aufbewahrt werden.


Was muss ich tun, wenn ich ein Testament finde?

Nach dem Tod ist unverzüglich jedes Schriftstück, das sich inhaltlich als Testament darstellt, im Original bei dem Amtsgericht einzureichen. Dabei ist keine Rücksicht darauf zu nehmen, ob das Testament wirksam ist, ob es inzwischen durch ein weiteres Testament widerrufen wurde oder inhaltlich überholt ist.

Kommt eine Person, die ein Testament in Besitz hat, der Ablieferungspflicht nicht nach, kann dies Zwangsmittel und Schadenersatzansprüche zur Folge haben.

Das Nachlassgericht prüft bei eingereichten Schriftstücken, ob es sich um ein Testament handelt. Darum sollte im Zweifel jedes Schriftstück abgeliefert werden, welches erbrechtliche Regelungen enthält.


Benötige ich einen Erbschein, wenn ein Testament vorhanden ist?

Banken, Versicherungen und Behörden bestimmen jeweils aufgrund ihrer Geschäftsbedingungen, in welcher Weise ein Erbnachweis zu führen ist. Oftmals genügt dort eine Bankvollmacht oder die Vorlage einer beglaubigten Kopie des Testaments mit Eröffnungsprotokoll.

Für das Grundbuchamt ist ein Erbschein immer dann unerlässlich, wenn entweder gar kein Testament oder nur ein handschriftliches Testament vorliegt.

Bei einem notariellen Testament kann das Grundbuchamt ebenfalls einen Erbschein verlangen, wenn sich die Erbfolge nicht eindeutig daraus ergibt.


Ich bin Vermächtnisnehmer/in bzw. Pflichtteilsberechtigte/r, was muss ich beachten?

Personen, denen in einem Testament ein Vermächtnis zugedacht wurde oder Pflichtteilsberechtigte werden nicht im Erbschein aufgeführt, jedoch in der Regel am Testamentseröffnungsverfahren beteiligt. Vermächtnis- oder Pflichtteilsansprüche sind gegenüber den Erbinnen/Erben – nicht gegenüber dem Nachlassgericht – geltend zu machen.

 

Erreichbarkeit des Nachlassgerichts

Aufgrund von starkem Publikumsverkehr kann es zu Einschränkungen bei der telefonischen Erreichbarkeit des Nachlassgerichts kommen.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Alternativ können Sie Ihr Anliegen per Fax oder auf dem Postweg an uns richten.

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