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Geschichte des Amtsgerichts Lehrte

Seit 1852 bestehen Amtsgerichte im Bezirk des ehemaligen Königreichs Hannover. Das Amtsgericht Lehrte ist eines der jüngsten eigenständigen Gerichte.

Die Entwicklung des Amtsgerichts ging einher mit der Entwicklung der Städte Lehrte und Sehnde und ihrer Bedeutung. Die Rechtsprechung für Lehrte und Sehnde oblag zunächst dem Amt Ilten, sodann dem Amtsgericht Burgdorf, das in Lehrte ab 1889 Gerichtstage abhielt. Aus diesem Provisorium der Gerichtstage entwickelte sich im Jahre 1948 eine ständige Nebenstelle des Amtsgerichts Burgdorf in Lehrte. Die Bürgermeister und Gemeindedirektoren des "Großen Freien" erneuerten den Wunsch nach einem selbständigen Amtsgericht in Lehrte, der mit dem "Gesetz über die Errichtung eines Amtsgerichts in Lehrte" am 1. Mai 1954 auch Erfolg hatte.

Die räumliche Entwicklung des Amtsgerichts änderte sich entsprechend. Zunächst stand für die Gerichtstage des Amtsgerichts Burgdorf ab 1889 in Lehrte nur ein Saal in der "Behreschen Gastwirtschaft" zur Verfügung, später waren es Räume der Stadtverwaltung und nach dem zweiten Weltkrieg Räume des Kreissparkassengebäudes. Da lag natürlich der Wunsch nach einem eigenen Gebäude nahe. Dieses wurde 1968 im Bereich des Stadtzentrums errichtet. Die Ausstattung des Gerichts hielt mit der weiteren Entwicklung Schritt. Schreibmaschinen gibt es längst nicht mehr, Computer sind Standard, dazu viele Programme, die eine effiziente Arbeit ermöglichen.

Durch Veränderungen in den Zuständigkeitsbereichen der Amtsgerichte wurden inzwischen Rechtsbereiche an andere Gerichte abgegeben. Andererseits sind neue Aufgabenbereiche hinzugekommen. Das Amtsgericht Lehrte ist für das Klinikum Wahrendorff in Sehnde und auch für die 2002 errichtete Justizvollzugsanstalt Sehnde zuständig.

Dem wachsenden Bedarf entsprach auch die personelle Entwicklung, der eine räumliche Ausweitung zwangsläufig folgen musste. Eine Etage eines Hauses in der Burgdorfer Straße 19/21 wurde als Nebenstelle eingerichtet und bestand bis 2017. Als diese nicht mehr ausreichte, konnten gleichzeitig in einem Neubau direkt gegenüber dem Gerichtsgebäude in der Schlesischen Straße Räume mit einer Fläche von 170 qm angemietet werden, in denen Arbeitsplätze für Richter/innen, Rechtspfleger/innen, den Folgedienst und sogar ein kleiner Sitzungssaal zur Verfügung stehen.

Ab Januar 2018 startete der elektronische Rechtsverkehr durch den in Rechtssachen die Kommunikation mit dem Gericht mittels besonderem elektronischem Anwaltspostfach (beA), besonderem elektronischem Notarpostfach (beN), besonderem elektronischem Behördenpostfach (beBPo) und DE-Mail erfolgen kann. Der elektronische Rechtsverkehr ist ein großer Schritt auf dem Weg zur elektronischen Akte welche zukünftig die bisherige Aktenführung ersetzen soll. Dafür wurde ein stabiles und sicheres Netz geschaffen.

Auch der Sicherheitsstandard des Gerichts wurde den Erfordernissen erhöhter Sicherheit angepasst. Damit ist das Amtsgericht Lehrte für die Zukunft gut gerüstet.


König

Direktor des Amtsgerichts Lehrte i.R.

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